Quicker von "aero-naut"
Es erinnert an die guten alten Zeiten - und das ist auch gut so: Balsabrettchen, Bauanleitung und ein Endergebnis, das nach Holz riecht und "richtig selbstgebaut" daherkommt. "Quicker" von "aero-naut" ist ein erster Schritt für absolute Beginner im Segelflug-Modellbau.
Die "Quicker" mit 61 cm Spannweite tritt klassisch auf und spricht sehr junge Einsteiger an, die den Modellbau nach allen Regeln der Kunst lernen möchten. Plastik kommt nicht vor, und im Bausatz ist nicht mehr vorproduziert als nötig. Sauber vorgestanzte Balsabrettchen und eine Kiefernleiste sind die Grundlage. Die Packung enthält neben der Bauanleitung und diversen Kleinteilen sogar Sandpapier und eine Tube Klebstoff. Alles ist also komplett vorhanden, so dass schenkende Eltern oder Großeltern nichts mehr nachkaufen müssen.
Der Ansatz von "Quicker" ist lobenswert: Der kleine Flieger ist nicht mehr und nicht weniger als eine kleine Sammlung von modellbauerischen Grundlagen: Mit dem Sandpapier und einem Stück Balsa soll man erst mal einen kleinen Schleifklotz basteln. Dann lernt man, den Bauplan mit Hilfe einer Frischhaltefolie als Arbeitsunterlage einzurichten. Die Balsateile müssen vorsichtig aus den Brettchen gelöst werden. Die Rumpfteile gehören genau übereinander geleimt und müssen in aller hölzernen Schönheit glatt geschliffen werden. Mit Winkelschablonen werden die Tragflächen mitsamt Ohren montiert. MIt dem Schleifklötzchen muss eine Art Flügelprofil geschliffen werden. Kurz und gut: Wer "Quicker" fertig hat, hat viel gelernt und ist tatsächlich für einen nächstgrößeren Flieger gewappnet.
Beim kleinen "Quicker" hat der Nachwuchs genau so viel mit Modellbauhandwerk zu tun wie zum Beispiel beim dem größeren, berühmten Konkurrenten "Kleiner Uhu".
Gerade weil "Quicker" den lobenswerten, modellbaupädagogischen Ansatz hat, hier ein paar kleine Anregungen speziell zum Bauplan: Die Schrift sollte für die Zielgruppe "Drittes Schuljahr plus X" zwei Punkt größer sein. Und warum wirst Du, lieber junger Modellbauer, nicht direkt angesprochen, sondern mit Erwachsenensprache traktiert? Dann der Standard-Trick mit den Wäscheklammern: Der kommt gar nicht vor, ist aber unumgänglich beim Zusammenbau der Rumpfteile. Einer kleiner Hinweis darauf wäre Gold wert. Und weshalb sich gerade bei einem reinem Holzflieger die "Quicker"-Konstrukteure gegen Weißleim sträuben, ist nicht nachvollziehbar. Der ist sogar ungiftig, im Gegensatz zum mitgelieferten Hartkleber.
Noch ein letzter Wunsch vom 10-jährigen Testpiloten, der ihm noch vor dem ersten Start eingefallen ist: ein Hochstarthäkchen und ein kleiner Ring für den "Windenstart" an fünf Meter Drachenschnur wäre das i-Tüpfelchen: Es funktioniert wirklich! Quick for takeoff.
Hanno Frings
Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus RC-F - Zeitung für Modellbau



